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Wir über uns

Das Prinzip des "Etwas verwirklichen dadurch, dass man es weitergibt"


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

"Snigdha" - dass ein wirklicher Prediger sehr feinfühlig ist

Ich kann mich immer daran erinnern. Da kam mal ein Sannyasi, in meinen ersten Jahren im Krishnabewusstsein zu Besuch nach Deutschland und fing an, über die Frauen herzuziehen. Er hatte ein paar Zitate aus den Schriften rausgesucht und predigte. Resultat seines Vortrages war, dass unsere Matajis zu weinen anfingen. Und einige standen auf und gingen völlig deprimiert raus. Ich konnte das nicht mit ansehen und sagte ihm: "Das, was Du gepredigt hast, hat nichts mit Prabhupadas Philosophie zu tun. Das ist eine völlige Verzerrung der Wahrheit." So etwas hatte er noch nicht gehört von Jemanden aus der Audienz. Er wurde so wütend und sagte: "Du wirst der Nächste sein, der da sich weiß anzieht!"Praktisch verfluchte er mich von der Asana her. So sehr war sein Gemüt besessen. Ich gebe das als Beispiel, weil es eben so was auch gibt. Der gut Mann war schon seit langer Zeit verheiratet. Hat diese Frau wieder verloren. Weil er Frauen auch nicht nett behandeln kann. Also, er hat ein solches Chaosleben danach gelebt. Und er hat auf dem Asana gesessen und Vorträge gegeben und hat die Frauen fertig gemacht. Nur weil er selber ein Problem mit den Frauen hatte. Weil er selber nicht darüber hinwegkam. Diese Arten von Situationen darf man auf gar keinen Fall erlauben, dass im Tempel einer die Anderen entmutigt, fertig macht, im Namen von großen Predigen. Das ist unser aller Verantwortung.

So, in dem Sinne, diese Themen sind eigentlich sehr empfindlich und wichtig. Natürlich irgendwo, z.B. in Südamerika haben wir ein Sannyasi, der ist bekannt dafür, dass er sehr herbe Vorträge gibt, jedoch erstaunlicher Weise sehr viele Menschen überzeugt, das Krishnabewusstsein zu akzeptieren. Denn seine Vorträge wecken irgendwie auf. Man wird so ein bisschen wach gerüttelt. Im Grunde kann man keine harten und festen Regeln festlegen. Das ist nicht möglich. Aber das Endresultat muss da sein, dass die Menschen merken, dass Du sie liebst, dass Du es ehrlich mit ihnen meinst. Und nicht, dass es Dir darum geht, irgend Jemanden zu deprimieren. Auch sollte man mit seiner Predigt nicht versuchen, das Vertrauen, das andere in ihre Religion haben, zu zermürben. Das ist nicht gut. Spirituelles Vertrauen ist ein Geschenk. Nicht, dass man sagt, dass was Du glaubst, ist nichts wert. Wer das macht, setzt sein eigenes Vertrauen auf`s Spiel. Denn das wird in den vedischen Schriften überhaupt nicht erlaubt, dass man Andere durch Manipulation und Demagogie in eine Enge drängt, wo ihm dann nichts anderes bleibt, als Dich zu akzeptieren oder wegzulaufen. Das ist nicht nett. Das ist nicht gut. Und da muss man noch was zu sagen.

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