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Wir über uns

Das Prinzip des "Etwas verwirklichen dadurch, dass man es weitergibt"


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

"Snigdha" - dass ein wirklicher Prediger sehr feinfühlig ist

Dass er einzig und allein daran interessiert ist, die Menschen zu erbauen. Ihnen Kraft zu geben. Ihnen Freude zu geben. Das ist das einzige Ziel der Predigt. Andere zu ermutigen, echtes spirituelles Leben zu leben. "Snigdha" wird von Ragunath Das Gosvami in seinem "Manay shiksha" erwähnt. Wo er sagt, dass die Devotes sanft und so richtig feinfühlig und liebevoll mit anderen umgehen sollen. Das ist ein Symptom davon, dass sie das wirklich verstehen. Nicht, dass man auf den Anderen rumhackt: "Ihr werdet alle als Schweine geboren, wenn ihr so weiter lebt!" Ich meine, ab und zu sagen die Schriften mal herbe Sachen aus, und ab und zu sagt der geistige Meister mal etwas über die Konsequenzen der materiellen Existenz, aber persönlich muss es immer sehr sanft, feinfühlig und liebvoll sein. Zumindest haben wir es so im Gesamtgehalt gesehen. Das bedeutet nicht, dass nicht hier und dort mal eine sehr starke Aussage gemacht wird. Wenn man sehr stark predigt (also mit sehr starkem Beispiel), dann ist das akzeptabel, solang die Personen, zu denen man predigt auch fühlen, dass man sie liebt. Wenn Jemand Beispiele, Aussagen oder Zitate der Schriften wiederholt, sollte man sehr bedachtsam sein. Prabhupada z.B. war ein alter Mann, der konnte solche Sachen sagen, der konnte sich das leisten. Das Gleiche, was er sagte (manchmal aus dem Mund einer seiner jungen Schüler), klang zu schroff.

Z.B. hat Prabhupada mal gesagt: "Diesen Wissenschaftlern, denen sollte man mit dem Stiefel ins Gesicht schlagen, dass sie die ganze Welt betrügen." So wie Prabhupada das im Englischen gesagt hatte, war das ganz offensichtlich sein ausgesprochener Protest, seine völlige Ablehnung. Aber das übersetzt und aus dem Mund eines jungen Mannes, der sagt: "Dem Wissenschaftler soll man mit dem Stiefelabsatz ins Gesicht treten!" Oh je, das hört sich schrecklich an. Natürlich, wenn Jemand die ganze Welt zerstört, mit seinem Zeug und so viel Atheismus predigt... Die Wissenschaftler machen Dinge, die wirklich schlimm sind. Zweifelsohne. Aber wenn die Wissenschaftler oder ihre Schüler nicht merken, dass der Vaishnava sie im Grunde liebt, dann klingt es so, als wäre es eine Nato-Kriegserklärung. Noch ein Wort, dann schmeißen wir Euch Bomben auf den Kopf, oder so. Und das ist ja nun nicht der Sinn von Prabhupadas Predigt, und das ist auch nicht der innere Gehalt. Aber in einem Gespräch sagt man manchmal eben halt solche Sachen. Deshalb, wenn Jemand predigt und starke Beispiele gibt beim Predigen und die Leute, die ihm zuhören, durchaus fühlen, dass er sie liebt, und wie er es eigentlich meint, dann ist das kein Problem. Aber sonst sollte man sich sehr vorsehen.

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