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Wir über uns

Das Prinzip des "Etwas verwirklichen dadurch, dass man es weitergibt"


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

Wir predigen nicht, um eine Institution ins Leben zu rufen. Sondern wir predigen, um die Gemeinschaft, die Institution der Vaishnavas und aller ihrer Mitglieder frei zu halten von unreinen Einflüssen.

Mancher mag fragen: "Kann Jemand spirituelle Verantwortung auf sich nehmen, wenn er selber noch so unreif ist und wenn er selber noch so viele Fehler machen könnte?" Daraufhin antwortete Srila Sridhar Maharaja mit einem Beispiel von Mahatma Gandhi, der den Engländern sagte: "Wir wollen unser Land selber verwalten." Daraufhin sagten die Engländer: "Oh, Ihr macht so viele Fehler. Ihr seid so unreif, um selbst zu verwalten!" Daraufhin sagte Mahatma Gandhi: "Wir wollen das Recht haben, unsere eigenen Fehler machen zu dürfen." Oft wird auch gesagt: "Oh, wir sind die großartigen Leiter und deshalb wollen wir Euch keine Entscheidungs -und Handlungsfreiheit lassen. Damit können wir verhindern, dass Ihr Euch Schaden zufügt." Aber auch das ist nicht gültig. Man wächst in der Aktion, man lernt das Schwimmen im Wasser, und man wird reifer, wenn man Probleme hat und Fehler macht. Denn dadurch, dass man diese Probleme und Fehler empfindet, weiß man, dass ich mich so und so verhalten muss, damit das nicht so weitergeht. Deshalb ist auch jeder Fehler ein Segen. Denn durch das Leid, dass von diesen Fehlern oder Problemen kommt, bin ich gezwungen, eine adäquate Lösung zu finden, werde schließlich daran erstarken und reifen. Selbst dieses Vertrauen und dieses Bewusstsein, dass wir alle hier sind, um zu lernen, wie man geistiger Meister wird oder besser gesagt, wie man ein wirklicher Diener seines geistigen Meisters wird,(was identisch miteinander)ist sehr entscheidend. Das ist die Pflicht in einer Vaishnavagemeinde, dieses Bewusstsein weiterzureichen. Und wenn Jemand diese Fehler macht und daraus lernt und sehr demütig wird, das erinnert mich an Srila Sridhar Maharaja, der manchmal sagte: "Krishna mag die Geweihten, die zwei linke Hände haben." Und er erklärte das so: "Jemand, der zwei linke Hände hat, dem zerbricht alles oder ihm fällt alles runter. Dieses und jenes funktioniert nicht. Und dann fühlt man sich so betrübt. Oh, Krishna schau mal! Zwei linke Hände hab ich. Alles geht mir kaputt. Ich versuche, Dir zu dienen, aber es klappt nie. Krishna, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll!? Du hast hier einen so nutzlosen Geweihten, gib mir bitte Deinen Segen!" So einen Geweihten, den liebt Krishna sehr. Während, wenn Jemand alles bis ins Letzte geschickt macht, gleich hochnäsig wird und denkt: "Schau mal, was ich gemacht hab `hier? Erste Klasse, hast schon mal so was gesehen?" Sofort wird er arrogant, weil er alles so gutmacht. Dann will Krishna davon nichts wissen. Deshalb sagte Srila Sridhar Maharaja: "Krishna liebt seine Geweihten, die zwei linke Hände haben." Das ist ein interessantes Konzept. Dennoch kann man noch hinzufügen, dass Ihr jetzt bitte nicht versucht, alles kaputt zu machen, nur um demütiger zu werden. Das ist nun auch wieder nicht die Idee. Macht die Sachen gut, aber denkt bitte, dass sie schlecht waren, dass es hätte noch viel besser gehen können.

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