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Wir über uns

Die Predigt


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

Der Lutscher-Sankirtan

Als ich dort ankam in Saul Paulo (Brasilien), lernte ich erst einmal den ehemaligen Tempelpräsident kennen, der Jemand gewesen war, der große Pläne aber keine gute Verwaltung hatte. Er hatte es geschafft, ein Haus zu mieten, dass Dreitausend Dollar monatlich kostete. Eine Unsumme dort. Man kann es damit vergleichen, als würden wir hier mindestens vierzigtausend Mark Miete monatlich bezahlen. Ohne Übertreibung. Natürlich hatte er mit dieser Miete schon alle fertig gemacht. Und die Devotes waren so am Verzweifeln. Seit fünf oder sechs Monaten hatten sie schon überhaupt keine Miete mehr bezahlt. Der Hausbesitzer war am Fluchen, stand vor der Tür und wollte sie rausschmeißen (was bei den Gesetzen da allerdings auch nicht so leicht war). Und jener Tempelpräsident schmiss endgültig das Handtuch und bat Prabhupada, Jemand anderes zu schicken. Und so kam ich dorthin. Das war dort so theatralisch, davon machst du dir gar keine Vorstellungen. Ich wusste wirklich nicht, was da noch so auf mich zu kommen würde. Gott sei Dank gab's im Tempel einen Devotee, der ein bisschen gebrochenes Englisch sprach. Mit ihm konnte ich mich grob über die Situation verständigen. Und dann war da noch ein Sannyasi zu Besuch, der aber vom Tempel auch nichts wissen wollte. Ich wusste ehrlich nicht, was ich machen sollte. Dann zeigte ich ihm den Brief, dass ich geschickt worden sei, um den Tempel mit zu übernehmen. Er sagte: "Ja, komm mal mit", und nahm mich in einen Raum. Insgesamt war der Tempel schon an einem bombastischem Platz. Mit einem riesigen Park drin. 3 Häuser um einen Park herum. Das war schon ein schicker Tempel. Da kann man nichts gegen sagen. Und mit einem Springbrunnen in der Mitte. Ich dachte: "Wau! Wo bin ich denn?" Daraufhin nahm er mich ins Büro und sagte: "Komm, ich muss dir etwas geben." Erst mal gab er mir ein dickes Schlüsselbund, so dick mit Schlüsseln versehen (ich habe noch nie so viel Schlüssel in meinem Leben auf einen Haufen gesehen). Folglich machte er den Schatz, so einen Tresor in der Wand auf. Da lag aber kein Geld drin, sondern nur eine Pistole und zwei Pakete Kugeln. Sodann nahm er die Pistole, legte sie und die Pakete Kugeln in meine Hand. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie eine Pistole in meiner Hand gehabt. Ich stand nur noch so da. "Was soll denn das?" Er sagte nur: "Guten Erfolg". Und am nächsten Tag machte der Sannyasi eine Versammlung und sagte: "Ich gehe jetzt .Wir haben einen neuen Präsidenten." Und dann kam noch die größte Überraschung, indem er die Brahmacharys fragte, ob sie denn im Tempel bleiben oder mit ihm gehen wollten. Sie entschlossen sich alle, mit ihm zu gehen. D.h. die vier Brahmacharys. Ich konnte nicht mal mit ihnen reden. Ich konnte mich ja noch nicht mal unterhalten. Und da blieb ich dort im Tempel mit vielleicht noch zwei oder drei Männern und acht oder zehn Matajis. So übernahm ich diesen Tempel dort.

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