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Wir über uns

Die Predigt


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

"1973 - Swami B.A.Paramadvaiti predigt in Ostberlin"

Als ich anfing zu predigen in der DDR, (der damaligen DDR) das war 1973. Da lebte ich in Westberlin. Und es gab keinen Vaishnava in Ostberlin. Und ich hatte zu der Zeit gerade einen kleinen Unfall gehabt, und konnte deshalb meinen routinierten Diensten nicht nachgehen. Und da sagte ich mir: "Jetzt gehe ich in die DDR predigen." Dann bin ich jeden Tag über Bahnhof Friedrichstraße in ziviler Kleidung rübergegangen. Dort bekam ich ein Eintagsvisum, ging dann in Bahnhof Friedrichstraße auf die Toilette, zog mir die zivile Kleidung aus, schlüpfte in den Dhoti, die Kurta , und stolzierte als Krishna-Bhakta wieder heraus. Und ging dann eigentlich nur spazieren. Denn Bücher verteilen konnte ich nun nicht, denn das war ja nun in der DDR was ganz anderes. So ich ging einfach nur auf den Alexanderplatz, dann die großen Straßen entlang und spazierte einfach überall umher. Eigentlich guckte ich die Leute nur nett an. Das war meine Predigt. Und hatte dabei meine Japa. Und jeden Tag wurde ich in Gespräche vertieft. In der DDR musste ich aber erst mal rausfinden, ob das ein Stasispitzel war oder nicht?! Das war das erste, was ich erst mal zu tun hatte. Und da hatte ich schon meine Art und Weise, meine Methode. Wie sie echt interessiert waren und was für Fragen sie stellten, daran konnte man eine Menge erkennen. Manchen habe ich gesagt: "Ja, ich bin zu Besuch. Ich schaue mir Berlin an." "Ja, wirklich, du schaust dir Berlin an? Und was machst du denn noch so?" Manchmal standen die Leute Schlange, um mit mir zu sprechen. Einen Mönch auf der Straße zu sehen, in Ostberlin, das war echt noch eine Überraschung. Und das war so schön. Und dann sagte ich zu Einigen: "Ja, wenn du daran interessiert bist, kann ich dich ja mal einladen." "Einladen? Wohin denn?" "Ja," sagte ich: "Wir haben ein Sonntagsfest hier in Ostberlin." "Was, ein Fest, ein Programm in Ostberlin? "Oh, dann waren sie aber gespannt. Und dann habe ich gesagt: "OK, ich erzähle dir später darüber. Wir verabreden uns mal. Ich bin in drei Tagen an der Kirche. Wenn sie dann wieder kamen, und ich merkte, sie waren ernsthaft, habe ich mich ein paar mal mit den Leuten getroffen, und erst dann habe ich ihnen gesagt, wo unser Fest war. Und wir haben das Fest irgendwo in Ostberlin in einem Park gemacht. Und zwar haben wir richtig Prasadam gekocht und so. In verschieden Häusern. Allmählich bekam ich ein paar Freunde, die dann auch mitmachten, und die das zu den anderen verkündeten. Aber Keiner wusste, wo die anderen waren. Das war wirklich so richtig schön geheim. Und das Fest vom nächsten Wochenende wurde immer nur am letzten Wochenende angekündigt. Und wir hatten bis zu fünfzig bis sechzig Leute zum Sonntagsfest. Da wurde richtig getanzt, und die Leute im Park waren natürlich sehr überrascht: "Was ist denn hier los, so was haben wir ja noch nie gesehen?!" Und dann kamen natürlich auch noch viele Menschen vom Park dazu und haben mitgemacht. So begann die Predigt im Krishnabewusstsein.

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