Wir über uns

Die Predigt


von Swami B.A.Paramadvaiti, Berlin, 4.5.99

"Wieso ist Maya so mächtig?"

Ich kann mich erinnern, eine Geschichte, die kannst Du nie vergessen. Und zwar, ein Sohn von einem ganz reichen Mann in Brasilien kam zu unserem Tempel in Saul Paulo und er war so glücklich und tanzte. Sein Vater hörte, sein Sohn ist in einen Tempel eingezogen. Er war so entsetzt, du kannst es dir nicht vorstellen. Der Vater lebte in einer anderen Stadt, kam aber gleich am nächsten Tag angesaust und stand händeringend vor seinem Sohn: "Komm mit nach Hause, was machst du hier?" Und der Sohn sagte: "Papa, ich bin glücklich hier" Dem Vater fiel nichts mehr ein. Er lief raus, rannte zu einem Autohändler, kaufte einen roten Sportwagen, den sich sein Sohn immer von ihm gewünscht hatte (so ein richtig schickes Auto) und fuhr beim Tempel vor. Kam reingerannt und baumelte den Schlüssel vor die Nase seines Sohnes: "Guck mal, was ich für dich habe!" Der Sohn: "Was hast du?" "Ich habe ein Auto da draußen stehen für dich. Das schenke ich dir, wenn du mitkommst."Der Sohn ging nicht mal raus, sich das Auto anzugucken. Sein Vater war so fertig. Er dachte: "Was habt ihr mit meinem Jungen gemacht? Der will das Auto nicht mehr, er ist nicht mehr unter meiner Kontrolle. Ich kann ihn nicht mehr kaufen, ich werde verrückt, ich dachte, ich kann die ganze Welt kaufen. Jetzt kann ich nicht mal mehr meinen eigenen Sohn kaufen."Der ganze Tempel war zutiefst berührt (das kannst du dir nicht vorstellen) dieser verzweifelte Vater, wie er begreifen musste, dass Geld nicht alles in dieser Welt ist. Und er ging weg. Und sein Sohn sang weiter die Heiligen Namen Krishnas.

Es ist sehr mächtig, wenn man die Wahrheit findet. Das ist ein sehr tiefgreifender Einfluss. Schneidet tief in unsere Verhaltensweisen, schneidet tief in all unsere unterbewussten Vorgänge ein. Es geht grad ans Herz ran. Denn unser Herz ist das, was wirklich sich nach der Wahrheit sehnt. Nicht unser Verstand. Der, von dem reden wir mal lieber gar nicht jetzt. So, deshalb können wir sehen, warum es so wichtig ist, dass man auf Krishna vertraut, dass man darüber bewusst ist, dass man nichts verliert. Denn auch die kleinste Anstrengung auf diesem Pfad wird einen vor den größten Gefahren beschützen. Sagt die Bhagavad Gita. Man muss dabei auch sehr geduldig sein. Vielleicht eins der Sachen, die uns am schwersten fallen.

"utsahan niscayad dhariyat
tat-tat-karma-pravartanat
sanga-tyagat sato vrtteh
sadbhir bhaktih prasidhyati"

(upadeshamrita Vers.3)

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